Auszug aus der Eröffnungsrede „Unschärfen der Ordnung“, Kommunale Galerie 100, Berlin-Lichtenberg, 2026

„Die Art und Weise wie die Künstlerin Grenzen austestend Raum mit Körper verknüpft kennt nur eine freiwillige Beschränkung, nämlich die, auf das verwendete Material zu hören und es nach den physikalischen Gesetzen zu behandeln. Ihre jüngste und von den Ausmaßen her größte Arbeit ist „Memories“ (2026), die wie eine selbstorganisierende Komplexität in Erscheinung tritt, ein selbsterklärender Formapparat von zärtlich vibrierender Gestalt, einzigartig schimmernd, hingeneigt auf die sich digital verflüchtigende Welt. Hier verzahnt sich das Gerüst des Spiels mit der Form mit den großen Bögen des Lebens. Jedes dieser Gebilde gleicht einem in Behutsamkeit codierten Denkmodell gegen die allseits um sich greifende geistige Verflachung.“

Christoph Tannert